Arbeitsschutzrecht und Produktrecht – Maschinen und Arbeitsmittel im Betrieb

Herstellerpflichten und Arbeitgeberpflichten greifen im Maschinenalltag ineinander, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Der Minikurs zeigt die wichtigsten Schnittstellen von Beschaffung, CE, Gefährdungsbeurteilung, sicherer Verwendung und Änderungen an Maschinen. In fünf vertonten Modulen übertragen Sie das Gelernte auf typische betriebliche Entscheidungen.

Warum dieser Kurs?

Eine vorhandene CE-Kennzeichnung ersetzt die Gefährdungsbeurteilung für die konkrete betriebliche Verwendung nicht. Gleichzeitig löst nicht jede Reparatur oder Änderung automatisch ein neues Konformitätsverfahren aus. Der Kurs schafft eine belastbare Orientierung, damit offene Zuständigkeiten, fehlende Unterlagen und sicherheitsrelevante Änderungen rechtzeitig erkannt und fachkundig geklärt werden.

Das können Sie nach Abschluss

  • Hersteller- und Arbeitgeberpflichten voneinander unterscheiden,
  • CE, Konformitätserklärung und betriebliche Gefährdungsbeurteilung richtig einordnen,
  • fehlende Beschaffungs- und Übergabeunterlagen erkennen,
  • Prüfbedarf und produktrechtliche Bewertung einer Änderung getrennt betrachten,
  • Schnittstellen bei Eigenbau und verketteten Maschinen strukturieren,
  • den nächsten sicheren und nachvollziehbaren betrieblichen Schritt festlegen.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Minikurs richtet sich an Führungskräfte, Einkauf, Instandhaltung, Sicherheitsbeauftragte sowie Personen mit Aufgaben im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Juristisches Spezialwissen ist nicht erforderlich.

Was ist im Kurspaket enthalten?

  • fünf vertonte Full-HD-Lernmodule; Modul 5 in der erweiterten Fassung 2 mit 24 Folien,
  • Lernheft als PDF,
  • ausfüllbarer Beschaffungs- und Praxischeck,
  • vier zusätzliche ausfüllbare und druckbare Praxisblätter zu Modul 5 sowie eine Quellenübersicht,
  • interaktive Fallwerkstatt mit vier Fällen, sechs Rollenzuordnungen und acht Wissensfragen,
  • separater nativer Abschlussquiz mit acht Fragen,
  • freiwillige Filmvertiefung über zwei offizielle IFA-/DGUV-Links sowie den Napo-Film „Pack’s leichter an!“ mit Beobachtungsauftrag und Ersatzlernweg,
  • Teilnahmebescheinigung nach erfolgreichem Abschluss.

Was diesen Kurs besonders macht

Der Kurs trennt Produktrecht, betriebliche Verwendung und Prüfpflicht konsequent voneinander. Die Fallaufträge führen nicht zu pauschalen Freigaben, sondern zu klaren nächsten Schritten: Gefährdung stoppen, Unterlagen und Zuständigkeiten klären, fachkundig bewerten und Wirksamkeit prüfen.

Teilnahmevoraussetzungen

Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Für Entscheidungen an einer konkreten Maschine sind deren Unterlagen, Änderungshistorie, Einsatzbedingungen und die jeweils erforderliche Fachkunde heranzuziehen.

Rechtliche Grundlagen und Regelwerke

Behandelt werden unter anderem Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, 9. ProdSV, Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und die ab 20.01.2027 grundsätzlich anzuwendende Verordnung (EU) 2023/1230. Der Kurs vermittelt allgemeine Orientierung und ersetzt keine Einzelfallprüfung, Maschinenprüfung oder Konformitätsbewertung.

Alle Kursinhalte

  1. Rollen und Rechtsrahmen: Herstellerseite, Arbeitgeberseite, Betreiberalltag, CE und Gefährdungsbeurteilung.
  2. Herstellerpflichten und Beschaffung: Konformität, unvollständige Maschinen, technische Unterlagen, Eigenbau und sichere Beschaffung.
  3. Sichere Verwendung im Betrieb: GBU, Prüfplanung, Instandhaltung, Manipulationsanreize, Unterweisung und Organisation.
  4. Änderungen, Fälle und Transfer: Instandsetzung, prüfpflichtige und wesentliche Änderung, verkettete Maschinen und Entscheidungswege.
  5. Produktsicherheit im Betriebsalltag (Modul 5, Fassung 2): Verbraucherprodukte, PSA, Arbeitsstoffe, Ergonomie und Beteiligung, digitale Änderungen, digitale Anleitungen und unterschiedliche Papierpflichten ab 20.01.2027, Rückrufe, abweichende Schutzlösungen nach TRBS sowie Prüfmängel, belegte Mängelbeseitigung und sichere Wiederverwendung. Zwei Praxisfälle und vier Wissensfragen mit Auflösungen.
  6. Interaktive Fallwerkstatt: vier betriebliche Fälle, Rollenzuordnung, Wissenstest und persönlicher Transfer.
  7. Abschlussquiz: acht separat angelegte Fragen zur eigenständigen Lernerfolgskontrolle.

Fachliche Abgrenzung

Der Minikurs ist eine kompakte Einführung. Er begründet allein weder eine Prüfbefähigung noch eine Herstellerfreigabe und ersetzt keine notwendige praktische Einarbeitung oder fachkundige Bewertung einer konkreten Anlage.

Dozent

Donato Muro, Sicherheitsingenieur und Sicherheitsjurist, Sicherheitsingenieur.NRW.

Abschlussprüfung

Der native Abschlussquiz enthält acht Single-Choice-Fragen. Für den erfolgreichen Abschluss sind mindestens 75 % erforderlich; Wiederholungen sind möglich. Video und Quiz werden als getrennte Lektionen geführt.

Urkunde / Qualifikationsnachweis

Nach bestandenem Abschlussquiz erhalten Teilnehmende eine Teilnahmebescheinigung auf der aktuellen Firmenpapier-Vorlage. Die Bescheinigung dokumentiert den erfolgreichen Abschluss dieses Minikurses und weist keine darüber hinausgehende Qualifikation aus.

Rahmendaten

  • Format: Online-Selbstlernkurs
  • Lernzeit: insgesamt ca. 133 Minuten ohne freiwillige externe Filme. Module 1–4 einschließlich der bisherigen Übungen: ca. 80 Minuten. Modul 5: gemessene Videolaufzeit 46:27 Minuten plus ca. 7 Minuten eigene Bearbeitung. Die fünf Kursvideos dauern zusammen ca. 105 Minuten.
  • Zugang: 12 Monate ab Bestellung
  • Sprache: Deutsch
  • Abschluss: Teilnahmebescheinigung nach bestandenem Quiz

Course plan

Start & Orientierung
01 · Rollen und Rechtsrahmen
02 · Herstellerpflichten und Beschaffung
03 · Sichere Verwendung im Betrieb
04 · Änderungen, Fälle und Transfer
05 · Produktsicherheit im Betriebsalltag
Praxis, Quiz & Abschluss