Biologische Arbeitsstoffe sicher beurteilen und Gefährdungsbeurteilungen systematisch erstellen. In acht Hauptmodulen und einem zusätzlichen Exkurs lernen Sie, Tätigkeiten und Expositionen zu erfassen, Infektions-, sensibilisierende und toxische Wirkungen zu bewerten, Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip abzuleiten und die Ergebnisse rechtssicher zu dokumentieren. Mit vier Branchenfällen, einer umfangreichen GBU-Arbeitsmappe, einem Exkurs zur Betriebsanweisung nach BioStoffV und einer Multiple-Choice-Abschlussprüfung. Zum Bestehen müssen mindestens 80 % der Fragen richtig beantwortet werden.
Gefährdungsbeurteilungen nach BioStoffV systematisch erstellen
Fachseminar für Sifas und Arbeitsschutzverantwortliche zur sicheren Anwendung der Biostoffverordnung und der TRBA 200 16 Unterrichtseinheiten · 8 Hauptmodule · zusätzlicher Exkurs · 4 Branchenfälle · GBU-Arbeitsmappe · Multiple-Choice-Abschlussprüfung Eine Maske allein ist noch keine Gefährdungsbeurteilung. Ob Abwasseranlage, Schimmelbefall im Archiv, Gesundheitsdienst, Entsorgungsbetrieb oder Labor: Bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen reicht es nicht aus, nur mögliche Erreger aufzulisten. Entscheidend sind die konkrete Tätigkeit, mögliche Freisetzungen, Übertragungs- und Aufnahmewege, die tatsächliche Exposition der Beschäftigten sowie die Wirksamkeit der festgelegten Schutzmaßnahmen. In diesem praxisorientierten Online-Fachseminar lernen Sie, Gefährdungsbeurteilungen nach der Biostoffverordnung systematisch vorzubereiten, fachlich zu begründen, nachvollziehbar zu dokumentieren und regelmäßig auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Sie entwickeln eine belastbare Vorgehensweise, die nicht nur den Normalbetrieb betrachtet, sondern auch Reinigung, Instandhaltung, Nebenarbeiten, Betriebsstörungen und besonders gefährdete Personengruppen einbezieht.
Das lernen Sie in diesem Fachseminar
Nach vollständiger Bearbeitung des Kurses können Sie:
Arbeitsbereiche, Tätigkeiten, Personengruppen und Systemgrenzen klar abgrenzen,
relevante Biostoffe beziehungsweise ein plausibles Biostoffspektrum ermitteln,
geeignete amtliche Informationsquellen und Fachdatenbanken für Ihre Recherche nutzen,
mögliche Freisetzungs-, Übertragungs- und Aufnahmewege nachvollziehbar beschreiben,
Häufigkeit, Dauer und Ausmaß einer möglichen Exposition beurteilen,
Risikogruppe und tatsächliches Arbeitsplatzrisiko fachlich sauber voneinander trennen,
gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten richtig einordnen,
die Schutzstufenlogik der Biostoffverordnung korrekt anwenden,
Infektionsgefährdungen, sensibilisierende Wirkungen und toxische Wirkungen getrennt bewerten,
Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip auswählen, priorisieren und begründen,
Hygiene, arbeitsmedizinische Vorsorge und Unterweisung in die Gefährdungsbeurteilung einbeziehen,
Betriebsstörungen, Unfälle und besondere Expositionssituationen berücksichtigen,
konkrete Wirksamkeitskriterien, Prüftermine und Reaktionen auf Abweichungen festlegen,
eine arbeitsbereichs- und biostoffbezogene Betriebsanweisung vorbereiten,
Unsicherheiten, Beratungsbedarf und die Grenzen der eigenen Fachkunde transparent dokumentieren sowie
eine strukturierte und prüffähige Gefährdungsbeurteilung erstellen.
Die Kursinhalte
Modul 1 – Verantwortung und Fachkunde
Sie lernen die rechtlichen Verantwortlichkeiten und betrieblichen Rollen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen kennen. Behandelt werden insbesondere:
Verantwortung des Arbeitgebers,
Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit,
Zusammenarbeit mit Betriebsarzt, Führungskräften und Beschäftigten,
Bestandteile der Fachkunde nach TRBA 200,
persönliche Aufgaben- und Kompetenzgrenzen sowie
Anlässe für zusätzliche fachliche Beratung oder Eskalation.
Sie lernen außerdem, warum eine Kursbescheinigung allein keine allgemeine Fachkunde für sämtliche Tätigkeitsbereiche und Schutzstufen begründet.
Modul 2 – Biostoffe, Wirkungen und Exposition
In diesem Modul beschäftigen Sie sich mit den Grundlagen biologischer Gefährdungen. Behandelt werden:
Definition biologischer Arbeitsstoffe,
Risikogruppen,
gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten,
Freisetzungs- und Übertragungswege,
Aufnahmewege,
Dauer und Häufigkeit der Exposition,
Infektionsgefährdungen,
sensibilisierende Wirkungen,
toxische Wirkungen sowie
geeignete Informationsquellen und Fachdatenbanken.
Sie lernen, ein plausibles Biostoffspektrum zu bestimmen und vorhandene Unsicherheiten transparent zu dokumentieren.
Modul 3 – Gefährdungsbeurteilung: Schritte 1 bis 4
Sie lernen, wie eine Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen systematisch aufgebaut wird. Dazu gehören:
Arbeitsbereich und Systemgrenzen festlegen,
Tätigkeiten und Arbeitsabläufe beschreiben,
betroffene Beschäftigte und Personengruppen bestimmen,
bekannte oder erwartbare Biostoffe erfassen,
Normalbetrieb und Nebenarbeiten unterscheiden,
Reinigung und Instandhaltung berücksichtigen,
Betriebsstörungen einbeziehen sowie
mögliche Expositionspfade beschreiben.
Mit der enthaltenen Arbeitsmappe erstellen Sie Schritt für Schritt eine nachvollziehbare Grundlage für die weitere Bewertung.
Modul 4 – Bewertung und Schutzstufen
In diesem Modul lernen Sie, biologische Gefährdungen fachlich zu bewerten. Behandelt werden:
Unterschied zwischen Risikogruppe und Arbeitsplatzrisiko,
Bewertung von Infektionsgefährdungen,
Bewertung sensibilisierender Wirkungen,
Bewertung toxischer Wirkungen,
Zusammenführung der einzelnen Wirkungsbewertungen,
gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten,
richtige Zuordnung von Schutzstufen,
besondere Personengruppen,
Betriebsstörungen und erhöhte Expositionen sowie
fachliche Grenzen und erforderliche Eskalationsentscheidungen.
Sie lernen, warum die Risikogruppe eines Biostoffs nicht automatisch das tatsächliche Risiko am Arbeitsplatz bestimmt.
Modul 5 – Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip
Sie entwickeln ein priorisiertes Maßnahmenpaket nach dem STOP-Prinzip. Behandelt werden:
Substitution und Verfahrensänderung,
technische Schutzmaßnahmen,
Erfassung und Lüftung,
sichere Arbeitsmittel und geschlossene Systeme,
organisatorische Schutzmaßnahmen,
Zugangs- und Bereichsregelungen,
Reinigungs- und Hygienepläne,
sichere Arbeitsabläufe,
persönliche Schutzausrüstung,
Auswahl und Verwendung von Schutzkleidung,
Verhalten bei Betriebsstörungen sowie
Maßnahmen bei Unfällen oder unbeabsichtigter Freisetzung.
Sie lernen, warum persönliche Schutzausrüstung eine ergänzende Maßnahme ist und vorrangige technische oder organisatorische Lösungen nicht ersetzen darf.
Modul 6 – Hygiene, Vorsorge und Unterweisung
Dieses Modul behandelt die organisatorischen und personenbezogenen Bestandteile des biologischen Arbeitsschutzes. Dazu gehören:
allgemeine Hygienemaßnahmen,
Händehygiene und Hautschutz,
Umkleide- und Aufbewahrungsregelungen,
Reinigung und Desinfektion,
sichere Entsorgung kontaminierter Materialien,
arbeitsmedizinische Vorsorge,
allgemeine arbeitsmedizinische Beratung,
Unterweisung der Beschäftigten,
verständliche Vermittlung von Gefährdungen und Schutzmaßnahmen sowie
Dokumentation der durchgeführten Unterweisung.
Modul 7 – Wirksamkeitskontrolle und Dokumentation
Schutzmaßnahmen sind nur dann belastbar, wenn ihre Wirksamkeit überprüft wird. Sie lernen deshalb, für wesentliche Maßnahmen festzulegen:
Was soll mit der Maßnahme erreicht werden?
Anhand welcher Kriterien wird die Wirksamkeit beurteilt?
Welche Prüfmethode wird verwendet?
Wer ist verantwortlich?
Wann erfolgt die Kontrolle?
Wie wird der Befund dokumentiert?
Was passiert bei einer Abweichung?
Wann muss die Gefährdungsbeurteilung aktualisiert werden?
Sie entwickeln konkrete Wirksamkeitskriterien und lernen, wie eine Gefährdungsbeurteilung auch für fachfremde prüfende Personen nachvollziehbar dokumentiert wird.
Modul 8 – Fallwerkstatt mit vier Branchenfällen
In der Fallwerkstatt übertragen Sie die erlernte Methodik auf vier unterschiedliche Tätigkeitsbereiche.
Fall 1 – Abwasser und Bioaerosole
Sie beurteilen Tätigkeiten in einer Abwasseranlage und berücksichtigen Bioaerosole, Spritzer, Hautkontakt, Reinigung, Störungen und mögliche Expositionsspitzen.
Fall 2 – Schimmel im Archiv
Sie beurteilen Bergungs-, Reinigungs- und Sanierungsarbeiten in einem feuchten Archiv mit sichtbarem Schimmelbefall.
Fall 3 – Gesundheitsdienst
Sie betrachten mögliche Infektionsgefährdungen, Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Verletzungsrisiken, Hygiene, sichere Entsorgung und arbeitsmedizinische Vorsorge.
Fall 4 – Labor
Sie beschäftigen sich mit gezielten Tätigkeiten, Risikogruppen, Schutzstufenlogik, Einschließungsmaßnahmen und betrieblichen Verantwortlichkeiten. Die vier Fälle zeigen, wie unterschiedlich biologische Gefährdungen auftreten können und warum jede Gefährdungsbeurteilung tätigkeits- und arbeitsbereichsbezogen erstellt werden muss.
Exkurs – Betriebsanweisung nach BioStoffV
In diesem zusätzlichen Exkurs lernen Sie, wie die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung in eine verständliche und praxistaugliche Betriebsanweisung übertragen werden. Behandelt werden:
Zusammenhang zwischen Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung,
arbeitsbereichs- und biostoffbezogener Aufbau,
verständliche Formulierungen für die Beschäftigten,
Beschreibung der Tätigkeit und der damit verbundenen Gefährdungen,
relevante Biostoffe, Risikogruppen und gesundheitliche Wirkungen,
Inaktivierung oder Entsorgung von Biostoffen und kontaminierten Materialien,
regelmäßige Aktualisierung der Betriebsanweisung sowie
Verwendung der aktuellen Betriebsanweisung als Grundlage der Unterweisung.
Sie erhalten eine klare Struktur, mit der Sie aus einer vorhandenen Gefährdungsbeurteilung eine arbeitsplatzbezogene Betriebsanweisung ableiten können.
Sie arbeiten nicht nur theoretisch
Herzstück des Fachseminars ist die Anwendung der erlernten Methodik auf realistische betriebliche Situationen. Mit der enthaltenen Excel-Arbeitsmappe können Sie Schritt für Schritt eine eigene Gefährdungsbeurteilung vorbereiten. Die Arbeitsmappe unterstützt Sie bei:
der Beschreibung des Arbeitsbereichs,
der Erfassung der Tätigkeiten,
der Erstellung eines Biostoffverzeichnisses,
der Beschreibung von Expositionspfaden,
der Bewertung unterschiedlicher Wirkungen,
der Maßnahmenplanung nach dem STOP-Prinzip,
der Festlegung von Verantwortlichkeiten und Terminen,
der Wirksamkeitskontrolle,
der Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilung,
der Quellenpflege sowie
der Vorbereitung eines betrieblichen Fachkunde-Dossiers.
Im Kurspaket enthalten
Acht strukturierte Hauptmodule
Zusätzlicher Exkurs zur Betriebsanweisung nach BioStoffV
Gesamtumfang von 16 Unterrichtseinheiten
Modulare Lernvideos
Wissenschecks innerhalb des Kurses
Ausführliches Seminarhandout
Excel-Arbeitsmappe für die Gefährdungsbeurteilung
Vorlage für Biostoffverzeichnis und Maßnahmenplanung
Inhalte zur Wirksamkeitskontrolle und Fortschreibung
Vier praxisnahe Branchenfälle
Amtliche Quellen- und Recherchehinweise
Multiple-Choice-Abschlussprüfung
Personalisierter Abschlussnachweis nach erfolgreicher Kursteilnahme und bestandener Prüfung
Für wen ist das Fachseminar geeignet?
Das Fachseminar richtet sich insbesondere an:
Fachkräfte für Arbeitssicherheit,
angehende Sifas,
HSE- und EHS-Fachleute,
Arbeitsschutzverantwortliche,
betriebliche Beraterinnen und Berater,
Personen, die Gefährdungsbeurteilungen vorbereiten oder moderieren,
Führungskräfte mit Aufgaben im biologischen Arbeitsschutz,
Verantwortliche aus Instandhaltung und Facility Management,
Verantwortliche aus Abwasser- und Entsorgungsbetrieben,
Beschäftigte und Verantwortliche aus dem Gesundheitsdienst,
Verantwortliche in Laboratorien sowie
vergleichbare Arbeitsschutzfachleute, die biologische Gefährdungen fundiert beurteilen und nachvollziehbar dokumentieren müssen.
Multiple-Choice-Abschlussprüfung
Am Ende des Onlinekurses absolvieren Sie eine Multiple-Choice-Abschlussprüfung. Die Fragen beziehen sich auf die Inhalte der acht Hauptmodule und des zusätzlichen Exkurses zur Betriebsanweisung nach BioStoffV. Geprüft werden insbesondere:
Verantwortung und Fachkunde,
Risikogruppen,
gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten,
Expositions- und Übertragungswege,
Infektionsgefährdungen,
sensibilisierende und toxische Wirkungen,
Schutzstufenlogik,
Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip,
Hygiene und arbeitsmedizinische Vorsorge,
Wirksamkeitskontrolle,
Dokumentation,
Betriebsstörungen sowie
Inhalt und Aufbau einer Betriebsanweisung nach BioStoffV.
Zum Bestehen müssen mindestens 80 % der Multiple-Choice-Fragen richtig beantwortet werden. Nach vollständiger Bearbeitung der Kursinhalte und bestandener Abschlussprüfung erhalten Sie einen personalisierten Abschlussnachweis über die erfolgreiche Teilnahme und bestandene Lernerfolgskontrolle.
Wichtiger Hinweis zur Fachkunde
Das Fachseminar vermittelt und überprüft Arbeitsschutzkompetenz als Bestandteil der Fachkunde nach TRBA 200. Die Teilnahme und die bestandene Multiple-Choice-Prüfung allein begründen keine allgemeine Fachkunde für sämtliche Tätigkeitsbereiche, Branchen oder Schutzstufen. Die vollständige, aufgaben- und tätigkeitsbezogene Fachkunde wird unter Berücksichtigung einer geeigneten Ausbildung, einschlägiger Berufserfahrung, der Kompetenz im Arbeitsschutz und des konkreten betrieblichen Aufgabenbereichs durch den Arbeitgeber festgestellt. Tätigkeiten der Schutzstufen 3 und 4 sind nicht Gegenstand einer eigenständigen Befähigung durch diesen Onlinekurs. Von der unklaren biologischen Gefährdung zur strukturierten, nachvollziehbaren und wirksamen Gefährdungsbeurteilung. Lernen Sie, biologische Gefährdungen sicher zu beurteilen, geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten und Ihre Entscheidungen belastbar zu dokumentieren.
Optionale Ergänzung für das Gesundheitswesen
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