Gerüste nach TRBS 1203 systematisch prüfen und sicher freigeben
Fehler bei Aufbau, Verankerung, Belag, Zugang oder Seitenschutz können schwere Absturz- und Einsturzunfälle verursachen. Sie lernen, Gerüste strukturiert zu beurteilen, Mängel zu klassifizieren und Freigabeentscheidungen fachlich zu begründen. Dadurch können Sie Prüfungen, Sperrungen und Folgemaßnahmen nachvollziehbar in die betriebliche Organisation einbinden.
Warum dieser Kurs?
Eine sichere Gerüstnutzung hängt nicht nur vom sichtbaren Gesamtzustand ab. Standsicherheit, Untergrund, Verankerung, Beläge, Zugänge, Seitenschutz, Abstände, Kennzeichnung, Nutzung und Veränderungen müssen als zusammenhängendes System bewertet werden.
Das können Sie nach Abschluss
- Gerüstarten, Bauteile und Verwendungszwecke einordnen
- Verantwortlichkeiten von Ersteller, Prüfer und Nutzer unterscheiden
- Standsicherheit, Aufstandsflächen und Verankerung beurteilen
- Beläge, Zugänge, Seitenschutz und Schutzabstände kontrollieren
- Mängel bewerten sowie Sperrung, Freigabe und Nachprüfung begründen
Für wen ist der Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Personen, die Gerüste prüfen oder Freigaben vorbereiten sollen, sowie an Verantwortliche in Bau, Montage und Gerüstbau. Er unterstützt außerdem Instandhaltungs- und Facility-Management-Beschäftigte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Auftraggeber und Koordinatoren an Gerüstschnittstellen.
Was ist im Kurspaket enthalten?
- Fachinhalte zu Recht, Gerüsttechnik, Aufbau, Nutzung und Prüfung
- praxisbezogene Fehler- und Entscheidungssituationen
- Orientierung für Kennzeichnung, Dokumentation und Maßnahmenverfolgung
Was diesen Kurs besonders macht
Technische Prüfkriterien werden mit den organisatorischen Schnittstellen zwischen Gerüstersteller, befähigter Person, Arbeitgeber und Nutzer verbunden. So erscheinen Freigabe und sichere Nutzung als ein gemeinsamer betrieblicher Prozess.
Teilnahmevoraussetzungen
Erforderlich sind technische Kenntnisse und praktische Erfahrung mit der betreffenden Gerüstart sowie dem konkreten Prüfauftrag. Der Arbeitgeber muss die persönliche Eignung für die vorgesehene Prüfaufgabe feststellen.
Rechtliche Grundlagen und Regelwerke
Der Kurs berücksichtigt die Betriebssicherheitsverordnung, TRBS 1201, TRBS 1203 und TRBS 2121 Teil 1 sowie einschlägige DGUV-Regeln und die Aufbau- und Verwendungsanleitung des jeweiligen Gerüstsystems. Maßgeblich bleiben die aktuelle Fassung, die örtlichen Bedingungen und gegebenenfalls erforderliche statische Nachweise.
Alle Kursinhalte
- Rechtsrahmen, Rollen und Verantwortlichkeiten
- Gerüstarten, Bauteile und Systemgrenzen
- Untergrund, Aufstellung, Standsicherheit und Verankerung
- Beläge, Zugänge, Seitenschutz und Umgebungsgefahren
- Prüfanlässe, Mängelbewertung und sichere Freigabe
- Kennzeichnung, Dokumentation und Praxisfälle
Fachliche Abgrenzung
Der Qualifikationsnachweis ersetzt weder die arbeitgeberseitige Beauftragung noch praktische Erfahrung mit dem konkreten Gerüstsystem. Herstellerunterlagen, statische Sondernachweise, besondere Bauarten und örtliche Bedingungen können zusätzliche Kompetenzen erfordern.
Dozent
Fachliche Verantwortung: Sicherheitsingenieur.NRW.
Abschlussprüfung
Die automatisch ausgewertete Prüfung umfasst 54 Fragen mit insgesamt 54 erreichbaren Punkten. Zum Bestehen sind mindestens 27 Punkte erforderlich; ein nicht bestandener Versuch kann wiederholt werden. Die Prüfung blockiert den weiteren Kursfortschritt nicht; für die personalisierte Urkunde muss sie bestanden werden.
Urkunde / Qualifikationsnachweis
Der automatisch bereitgestellte Qualifikationsnachweis enthält das Abschlussdatum und eine eindeutige Zertifikats-ID.
Rahmendaten
- Umfang: 42 Lerneinheiten
- Zugang: zwölf Monate ab Freischaltung
- Format und Sprache: digitaler Selbstlernkurs in deutscher Sprache
- Technik: aktueller Browser und stabile Internetverbindung